Vor dem offiziellen Beginn des Goodwood Revivals hatte es
Katarina geschafft, am Donnerstag im 'The Kennels', dem Goodwood
Clubhouse, zwei Tische für 14 Personen zu ergattern. Eine Chance
zur Buchung dieses Abends steht ausschließlich Mitgliedern des
GRRC (Goodwood Road Racing Club) offen. Die Tische sind jedoch
bereits nach wenigen Minuten vergriffen, da nur Platz für ca. 70
Personen besteht. Katarina sei an dieser Stelle hierfür noch
einmal besonders gedankt.
Autos, Motorräder und Flugzeuge stellen den Kern eines jeden
Goodwood Revivals dar. Bevor man jedoch die Strecke und die
Fahrzeuge zu sehen bekommt, wird man vom Anblick der
historischen Fahrzeuge auf dem Besucher-Parkplatz
überwältigt.
Vor dem eigentlichen Goodwood Gelände
präsentieren eine Vielzahl von Händler nützliche und weniger
nützliche Teile und Souvenirs, die sich fast alle mit
historischen Fahrzeugen beschäftigen. So werden alte Riley´s und
Aston Martin genauso gezeigt wie klassische Wetterfahnen, die
historische Sportwagen, Motorräder oder Flugzeuge darstellen.
Man sieht aber auch Motorradartisten, die Ihre Künste zum Besten
geben.
Auf dem Gelände geht es dann kunterbunt
weiter. Von der klassischen Lady beim Picknick, deren Kind von
einem Kindermädchen gehütet wird - natürlich alle stilecht
gekleidet - über Piloten, Mechaniker und Soldaten, ist alles
dabei.
Auch hier präsentieren sich Händler, die
Fahrzeuge und Restaurationen, Ersatzteile, Kunst und
Kleidung und vieles mehr anbieten. Es wird alles geboten, was
zur stilechten Erscheinung benötigt wird.
Nun zu den Autos und Motorrädern, den Paddocks und dem ganzen Drumherum. Gefahren werden die unterschiedlichsten Serien. Es ist schon spannend zu sehen, wie ein Ford Galaxy 500 (Baujahr 1963) mit 7 Litern Hubraum und V8 Motor, der nur auf den langen Geraden wirklich stark ist, in den Schikanen in einem Mini Cooper oder einem Fiat 600 Abarth seinen Meister findet.
Geschenkt wird einem Fahrer hier nichts. Da werden Millionenwerte an Einzelstücken (z.B. Ferrari Bradvan) über die Piste getrieben, dass einem der Atem stockt. Man selbst würde diese Fahrzeuge mit äußerster Vorsicht behandeln. Hier werden Sie aber ihrem eigentlichen Bestimmungszweck zugeordnet: dem Rennsport. Aber auch Aston Martin, Jaguar, Ford GT40 und AC Cobra´s werden hier nicht besser behandelt. Nicht nur visuell, sondern auch akustisch ein atemberaubendes Event. Und das nicht nur bei trockenem Wetter.
Auch in diesem Jahr war wieder eine beeindruckende Anzahl an
Warbirds und anderer historischer Flugzeuge zu bewundern. Zum
75. Geburtstag der Supermarine Spitfire stellte die Royal
Airforce (RAF) sage und schreibe 11 Maschinen für
Flugvorführungen zur Verfügung, die zum Teil auch von einem RAF
AVRO Lancaster Bomber begleitet wurden. Auch ein Boeing Stearman
Doppeldecker war über alle 3 Tage zu bestaunen.
Ferner
waren ein Hispano Lizenzbau der deutschen Messerschmidt 109
sowie amerikanische Warbirds aus dem 2. Weltkrieg ausgestellt,
die damals noch dem US Army Air Corps angehörten, woraus 1947
die US Air Force entstand. Zu besichtigen war auch ein heute
leider besonders selten gewordener B17 Bomber von Boeing, der
auch als Flying Fortress bekannt ist. Das Gros dieser Flugzeuge
ist heute im Imperial War Museum in Duxford in der Nähe von
Cambridge stationiert. Für Luftfahrtbegeisterte finden hier
regelmäßig Airshows statt, die ein Pendant zu Goodwood
darstellen, nur dass hier die Flugzeuge im Mittelpunkt stehen.
Am Sonntag, den 11. trafen sich Bernd M., Katarina K., Diana und
Armin T. (und ein befreundetes Paar) sowie Wiebke und Florian W.
an der Fähre in Esbjerg. Der Blanke Hans war an diesem Tag nicht
besonders gut gelaunt, dies war jedoch nur ein Vorspiel.
Nach
unserer Ankunft in Harwich am nächsten Tag ging es dann Richtung
Süden. Ein Hinweisschild führte uns zu einem ersten spontanen
Abstecher. Es ging zur Rennstrecke nach Brands Hatch. Dort
fanden zwar keine offiziellen Rennen statt, jedoch vergnügten
sich mehrere Privatleute mit Ihren Spielzeugen der Marken Lotus
und Jaguar. Nach einer Stärkung ging es dann in unser Domizil
für die nächsten Tage nach Fletching, einem Dorf, so wie man
sich Südengland vorstellt (inkl. Kirche und passendem Friedhof).
Bei Nacht und Nebel eine bestens geeignete Kulisse für einen
Edgar Wallace Film.
Am Dienstag besichtigten wir Sissinghurst Castle mit seinen
wunderschönen Gärten in Kent. Im Anschluss ging es an die
Kanalküste nach Rye. Eine mittelalterliche Stadt wie aus dem
Bilderbuch, mit schmucken Fachwerkbauten aus der Tudorzeit und
Gassen mit Katzenkopfpflaster. Mittwoch wurden dann die Seven
Sisters am Beachy Head in einer mehrstündigen Wanderung erobert
und ein Blick auf den eindrucksvollen Leuchtturm gewagt, der
unter den Klippen fast winzig wirkt.
Am Abend trafen
dann Peter und Gülay S., Barbara K., Klaus S. sowie Werner I.
und Kerstin D. ein. Auf deren Überfahrt mit der Fähre hat der
Blanke Hans seine Kraft gezeigt und bei Windstärke 10 grüne
Gesichter gezaubert. Die Gruppe wurde größer und lauter. Am
folgenden Tag wurde dann das Bentley Wildfowl and Motor Museum
besichtigt, das sich leider nicht als das erwies, was wir
vermutet oder erhofft hatten. Dennoch ein kleines interessantes
Museum mit einem beeindruckenden Park und dazugehörigem
Landhaus.
Am Nachmittag wurde dann das beeindruckende
Arundel Castle besichtigt. Auch dieses Schloss würde sich für
jegliche Art von Film- und Theatervorstellung eignen. Von
Ritterfilmen, über das Leben Heinrich VIII, einen Edgar Wallace
Krimi bis hin zum James Bond Film oder einer Rosamunde Pilcher
Geschichte.
Nach dem Ende des Goodwood Revivals
besichtigten wir am Montag Petworth House & Park aus dem 12.
Jahrhundert mit seiner beeindruckenden Kunstsammlung u.a. dem
Turner-Raum mit 19 Ölgemälden des Künstlers. Auch dieser Ort bot
wieder ein typisch englisches Ambiente.
Für den letzten Abend hatte sich Katarina wieder etwas ganz
besonderes überlegt. Wir übernachteten in einem schloßähnlichen
Anwesen, das auch wieder als Filmkulisse dienen könnte. Anders
als bei den bisher besichtigten Schlössern sollten wir hier
jetzt übernachten. Auf Rückfrage wurde bestätigt, dass es
mindestens 3 Hausgeister gäbe. Einer würde in Zimmer 22 wohnen,
dieses Zimmer würde jedoch nicht mehr vermietet. Der Abend ging
mal wieder über die Geisterstunde hinaus. Leider hatte sich dann
aber nicht einmal ein kleiner Geist gezeigt. Lediglich einige
Kater, die spürten wir aber erst am nächsten Morgen.
Am
Dienstag war es dann soweit. Der 'Urlaub' neigte sich seinem
Ende zu. Gegen Mittag wurde die Rückreise zur Fähre nach Harwich
angetreten, wo wir völlig unerwartet wieder auf Knud trafen, der
uns hier mit seinem Jaguar C-Type (R) überraschte.
War
das Wetter in England, trotz seines schlechten Ruf´s
weitestgehend gut (sogar mit Sonnenschein), mussten wir von
Harwich bis Rendsburg durch Regen fahren, was insbesondere im
C-Type bestimmt keinen wirklichen Spaß machte. Eines steht fest,
nächstes Jahr geht es wieder nach Südengland. Katarina danken
wir sehr herzlich für die Buchung der Hotels und Restaurants,
der Goodwood-Karten als auch für die Vorschläge der
Sehenswürdigkeiten.